Im letzten Digital Sales Manager Lehrgang tauchte die Frage auf: „Wie ist die Zukunft vom Vertrieb?“ Gibt man das oder „Wie entwickelt sich der B2B-Vertrieb?“ zum Beispiel bei Google ein, erhĂ€lt man zuerst KI-Antworten von Anbietern, die ihre Software oder Tools verkaufen möchten.
Die Informationen HIER auf dieser Seite stammen aus Erfahrungen und der Zusammenarbeit mit Unternehmen oder dem Austausch mit Mitarbeitenden im Vertrieb. Aus GesprĂ€chen und Workshops. Aus der Praxis – fĂŒr die Praxis.
Der Fokus dieses Beitrags richtet sich auf den B2B-Vertrieb. Gleichzeitig flieĂen Informationen zum B2C-Vertrieb ein. Und auch ein anderer Begriff taucht auf: D2C-Vertrieb.
Vertrieb in Zukunft
In einem frĂŒheren Beitrag bin ich darauf eingegangen, wann und wieso der Mensch im Vertrieb wichtig ist.
GrundsÀtzlich ist wichtig, zu verstehen, dass Kunden entlang der Customer Journey auf verschiedene Personen im Unternehmen treffen. Daher betrachten wir die Zukunft des Vertriebs in diesem Beitrag auch in den entsprechenden Phasen.
Aufmerksam werden
In vielen FĂ€llen beginnt der Kontakt zu einem Unternehmen im B2C-Vertrieb, also dann wenn Endkunden wie Sie und ich angesprochen werden, im Internet. Die KanĂ€le, ĂŒber die wir auf ein Produkt aufmerksam werden, sind meist online erreichbar wie z. B.:
â Suchmaschinen
â KI-Tools
â Social Media
Durch Werbung in Apps oder anderen KanÀlen, vom Marketing professionell aufbereitet und ausgewertet, gelingt meist der Erstkontakt.
Im B2B-Vertrieb spielt nach wie vor – besonders bei erklĂ€rungsbedĂŒrftigen Produkten oder gröĂeren Investitionen – der AuĂendienst eine groĂe Rolle. Er ist der Ansprechpartner auf Messen, wenn Neuheiten vorgestellt werden oder im 1:1 Dialog mit potenziellen Kunden.
Zukunft des Vertriebs
Im Zuge der KI-Informationsflut wird immer mehr Menschen bewusst, dass Informationen gezielt genutzt werden und die Systeme noch nicht in der Lage sind, die „Echtheit“ zu prĂŒfen. Nicht QualitĂ€t und AuthentizitĂ€t, sondern die Kenntnisse ĂŒber Tools und Algorithmen bestimmen, wer im Internet sichtbar ist.
Daher ist es wichtig, Inhalte zu prĂŒfen und den menschlichen Verstand zu nutzen, bevor Entscheidungen getroffen oder Informationen verbreitet werden.
An dieser Stelle kommt auch das Thema D2C-Vertrieb ins Spiel. Die Buchstaben stehen fĂŒr Direct-to-Consumer. Hersteller, die ihre Produkte direkt an den Endkunden verkaufen möchten, umgehen ZwischenhĂ€ndler oder Online-Plattformen. Sie nutzen den eigenen Online-Shop und stemmen die gesamte Logistik und Vermarktung selbst.
AuĂendienst und Innendienst
Eine weitere wichtige Rolle nimmt der Mensch im Vertrieb in dieser Phase des Aufmerksam-Werdens ein: Anders als Suchmaschinen, die tÀglich auf rund 402 Millionen Terabyte neue Informationen und DatensÀtze zugreifen, weià er, mit welchen Fragen sich Kunden aktuell wirklich beschÀftigen. (Quelle: https://explodingtopics.com/blog/data-generated-per-day)
Im letzten Beitrag bin ich auf typische Fragestellungen im B2B-Vertrieb eingegangen. Dort finden Sie auch Informationen zu Technologien, die im Vertrieb genutzt werden.

Interesse – die nĂ€chste Phase im Vertriebsprozess
Nachdem Menschen auf ein Produkt aufmerksam geworden sind und ein Bedarf besteht, wird das Interesse geweckt.
Besonders im B2B-Vertrieb sind heute – mehr denn je – Kompetenzen in der Kommunikation notwendig. Sowohl schriftlich als auch mĂŒndlich.
Das bedeutet, dass Menschen in der Lage sein sollten, auf digitale Nachrichten professionell eingehen zu können. In meinen Workshops zum Thema „Professionelle digitale Kundenansprache“ erleben die Teilnehmenden interaktiv, wie Sprache wirkt und worauf zu achten ist, damit der Dialog gelingt.
AuĂendienst und Innendienst
Neben der digitalen Kommunikation spielt das persönliche GesprĂ€ch am Telefon oder vor Ort eine entscheidende Rolle. Was sich hier zunehmend verĂ€ndert, ist die Wahrnehmung von Emotionen. Menschen erkennen viel schneller als noch vor einigen Jahren – ob das GegenĂŒber authentisch ist.
Im Beitrag „Authentisch im Vertrieb“ erfahren Sie, welcher Wandel sich in den letzten Jahren vollzogen hat. Auch die Pandemie hat ihren Beitrag dazu geleistet. Durch das bewusstere Erkennen dessen, was im Leben wirklich zĂ€hlt, bekommen die BedĂŒrfnisse des Einzelnen einen höheren Stellenwert.
Innen- und AuĂendienst benötigen Kompetenzen wie Empathie, BegeisterungsfĂ€higkeit als auch Konflikt- und KompromissfĂ€higkeit. Im Beitrag „Welche Aufgaben hat der Vertrieb heute?“ gehe ich nĂ€her darauf ein. Diese KommunikationsfĂ€higkeiten lassen sich sehr gut trainieren. Inhouse-Workshops bieten zudem die Möglichkeit, unternehmensspezifische Situationen gezielt in der Gruppe zu trainieren und so herausfordernde Situationen zu transformieren. Wenn das fĂŒr Sie interessant ist, nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf.
Der Kauf – Höhepunkt im Verkaufsprozess
Ist Ihr Kunde davon ĂŒberzeugt, dass Sie am besten seinen Bedarf und seine BedĂŒrfnisse erfĂŒllen können, kommt es zum Kauf. Dieser wird heute hĂ€ufig digital getĂ€tigt. Ob es die E-Mail ist, in der die Auftragserteilung verkĂŒndet wird oder der Kauf im B2B-Kundenportal.
Die Bestellung, die der B2B-Kunde z. B. ĂŒber den Online-Shop ausgelöst hat, kann nahtlos ins ERP-System des Unternehmens ĂŒbermittelt werden. AuftrĂ€ge und Bestellungen vollautomatisiert ĂŒber IT-Systemen durchgefĂŒhrt werden.
Auch die digitale Vertragsunterzeichnung ist mittlerweile in vielen Unternehmen angekommen und ermöglicht eine rechtssichere Signatur von AuftrÀgen.
So ist grundsĂ€tzlich zu erwarten, dass sich die Unternehmen noch mehr den Erwartungen der Kunden stellen. Das bedeutet, den Kunden ein ebenso einfaches Erlebnis wie im B2C-Vertrieb zu ermöglichen. Voraussetzung dafĂŒr ist eine noch bessere Integration der verschiedenen Lösungen und gute Trainings fĂŒr die Mitarbeitenden. Einkaufen muss einfach sein.

Kundenservice
Nach dem Kauf ist im besten Fall vor dem Kauf. Denn Kunden, die sich bei Ihnen wohlfĂŒhlen, werden bei Bedarf wiederkommen.
Auch hier haben Unternehmen, die im B2B-Vertrieb unterwegs sind, erkannt, wie wichtig Bestandskunden sind. Es ist nicht nur anstrengender, sondern auch kostenintensiver, AuftrÀge mit Neukunden zu generieren als mit Bestandskunden.
Daher kommt der Betreuung nach dem Kauf in Zukunft eine noch wichtigere Rolle zu.
WĂ€hrend in der Vergangenheit der Kundenservice „nur“ die Fragen der Kunden beantwortet hat, gilt es heute, den Kontakt zu nutzen. Mehr ĂŒber den Kunden zu erfahren, um diese wertvollen Informationen zur Pflege der Beziehung zu nutzen.
Beispiel Kundenservice – Potenzial nutzen
Stellen Sie sich vor, Sie arbeiten fĂŒr ein Unternehmen, das KlimagerĂ€te und andere Produkte verkauft. Ihr Kunde ruft an, weil er eine Frage zur neu erworbenen Klimaanlage hat.
Wenn Sie jetzt im GesprĂ€ch genau hinhören und erfahren, dass Ihr Kunde mehr als einen Raum hat, der bei einer AuĂentemperatur von ĂŒber 30 Grad angenehm klimatisiert werden sollte, können Sie das zielfĂŒhrend nutzen. Um zum Beispiel ein System anzubieten, das in mehreren RĂ€umen verwendbar ist (up-selling) oder weitere GerĂ€te zu verkaufen. Ggf. auch einen Ventilator, falls Ihrem Kunden eine weitere Klimaanlage zu teuer ist (cross-selling).
Der Kundenservice schlĂŒpft in die Rolle des Beraters, der in der Lage ist, auch zu verkaufen, wenn es fĂŒr den Kunden sinnvoll ist.
Dieses Mindset und die damit verbundenen FÀhigkeiten wollen gelernt sein und das lÀsst sich trainieren.
Wie ist die Zukunft des Vertriebs? Fazit
WÀhrend Unternehmen zunehmend digitale Möglichkeiten implementieren, um ihren Mitarbeitern und Kunden das Leben zu vereinfachen, steigt der Bedarf an menschlichen FÀhigkeiten im Dialog.
Im Beitrag „Herausforderungen der digitalen Gegenwart und Zukunft meistern“ gehe ich nĂ€her darauf ein, wie Sie damit umgehen können.
Denn Menschen im Vertrieb benötigen in Zukunft
đŻ emotionale Intelligenz und Intuition (rund 11 Millionen SinneseindrĂŒcke pro Sekunde)
đŻ Empathie, um echte, zwischenmenschliche Beziehungen und Vertrauen aufzubauen
đŻ AuthentizitĂ€t und GlaubwĂŒrdigkeit, um in der Welt voller Automatisierungen den Unterschied zu machen
đŻ KommunikationsfĂ€higkeiten, um professionell und zielfĂŒhrend Dialoge zu fĂŒhren
đŻ Resilienz, um mit EinwĂ€nden umgehen zu können und sich der ureigensten menschlichen StĂ€rke zu bedienen.
Diese FĂ€higkeiten sind der Wert des Menschen im Vertrieb, den eine KI nicht replizieren kann.
Eine KI ist nicht in der Lage, auf jahrelange zwischenmenschliche Erfahrungen und das Fachwissen zuzugreifen, um sowohl eine zielfĂŒhrende Bedarfsanalyse im B2B-Vertrieb durchfĂŒhren zu können UND diese dann mit den spezifischen Produkten/Dienstleistungen abzugleichen.
Gleichzeitig werden KI-Tools auch von Kunden genutzt, so dass Mitarbeitende im Vertrieb auf noch besser informierte Personen treffen als je zuvor. Sie brauchen die FĂ€higkeit, genau hier professionell in den Dialog zu gehen. Von Mensch zu Mensch.
Digital Sales Manager/in
Wenn Sie selbst erleben möchten, wie Ihr Vertrieb in Zukunft aussehen wird, gehen Sie mit uns auf die Reise. In den Digital Sales Manager LehrgĂ€ngen erarbeiten wir gemeinsam, was fĂŒr Ihren Vertrieb wichtig ist und am Ende stellen Sie vor, wie Sie Ihren Vertrieb aufs nĂ€chste Level heben können. Der nĂ€chste Lehrgang startet am 3. September hybrid bei der IHK Akademie Ostwestfalen.
Am 4. September startet er in DĂŒsseldorf als reiner „Live-Online“ Lehrgang.
Sie haben noch Fragen? Buchen Sie sich gerne kostenfrei Ihren Wunschtermin online. Oder nutzen Sie unser Kontaktformular.
Ich freue mich auf Sie!
Ihre
Alexandra Langstrof
Trainerin | Beraterin Vertrieb 4.0 | Syst. Coach | Speakerin | Autorinâïž Ich bilde Digital Sales Manager:innen aus đŻ



