Wie wir es schaffen, uns neue Gewohnheiten anzueignen, die uns unseren Zielen näher bringen

so gelingen neue Gewohnheiten

Gewohnheiten prägen uns und unser Leben. Manche möchten wir ändern, weil wir wissen, dass es besser für unser Leben ist, weil es uns unseren Zielen näher bringt.

Einfacher gesagt als getan.

Daher sind sie besonders zum Jahresbeginn beliebt – die guten Vorsätze. Und wir kennen die Aussage: „Die Definition von Wahnsinn ist, immer wieder das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten.“ (Einstein)

Sich weiterzuentwickeln ist ein normales Bedürfnis. Das gehört zum Leben. Die ganze Welt verändert sich – ständig.

 

👉  Lag beispielsweise die Lebenserwartung im Jahre 2000 noch bei 66,4 Jahren, so stieg sie im Jahre 2015 bereits auf 71,4 Jahre.

👉 Der Anteil der Weltbevölkerung unterhalb der Armutsgrenze lag 1910 bei 82 % und 2015 bei 9,6 %

👉 Die Haushalts-Arbeitsstunden pro Woche lagen 1900 bei 58,0 Stunden und 2015 bei 15,5 Stunden.

 

Diese Informationen lieferte die WHO, bzw. der UNESCO Welt-Bildungsbericht.

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@unsplash (brett jordan)

 

Aber wie gelingt es, diese neuen Gewohnheiten dauerhaft ins Leben zu implementieren?

Schön wäre, wenn die guten Vorsätze im neuen Jahr länger halten als ein paar Tage oder vielleicht Wochen. Wie schaffen wir es, nicht ins alte Schema zu verfallen?

 

Neue Gewohnheiten aneignen

Betrachten wir, woran es liegt, dass es uns so schwer fällt, Veränderungen nachhaltig herbeizuführen?

Dazu gibt es Erkenntnisse aus der Gehirnforschung. Unser Gehirn besteht aus rund 100 Milliarden Gehirnzellen und stellt ein neuronales Netzwerk dar. Das heißt, die einzelnen Zellen sind durch Synapsen miteinander verbunden. Synapsen nennt man die Verbindungsstellen. Um dieses Netzwerk zu verändern, müssen neue Wege geschaffen werden.

Das ist mit Arbeit verbunden. Und da das Gehirn viel Energie für diese Arbeit benötigt, lieben wir alles, was wir kennen und viele Prozesse laufen „auf Autopilot“. Das vereinfacht das Leben ungemein. Unvorstellbar, wie es ohne diese wunderbare Fähigkeit wäre. Wer denkt schon darüber nach, wie er seine Zähne putzt – beispielsweise? Viele Dinge tun wir einfach, weil sie zu nützlichen Gewohnheiten wurden. Alles, was uns einen Vorteil verspricht, können wir uns aneignen.

Mit kleinen Schritten starten

Gemäß der Hirnforschung können wir neue Gewohnheiten besser annehmen, wenn wir diese „in kleinen Einheiten“, dafür aber täglich tun. So ist es beispielsweise Erfolg versprechender, täglich 15 Minuten ein Instrument zu üben oder eine Sprache zu lernen, als einmal pro Woche 1,5 Stunden. Neurowissenschaftler vergleichen die Strukturen in unserem Gehirn mit eingefahrenen Pfaden, die es zu verändern gilt.

Lieber täglich kleine Schritte gehen. Wichtig ist, dass Sie diese realistisch planen. Passt Ihr Vorhaben tatsächlich in den Tagesablauf?

Sind Sie beispielsweise ein Morgenmuffel und planen, ab sofort jeden Tag etwas früher aufzustehen, um eine halbe Sport zu machen?

Dann wird dies kaum gelingen, weil der Preis, den Sie für die neue Gewohnheit zahlen müssen, höher ist als der Gedanke, noch länger im Bett zu bleiben.

Neue Gewohnheiten müssen attraktiv sein

Es kann allerdings gelingen, wenn Sie es schaffen, Ihr Belohnungssystem zu aktivieren. In drei Schritten.

Zuerst notieren Sie, was die neue Gewohnheit Ihnen bringt – warum Sie das alte Verhalten ändern möchten. Das könnte zum Beispiel sein:

 

✅ Sie wollen eine bessere Figur haben – einen gut proportionierten Körper.

✅ Sie wollen fitter sein und nicht so leicht aus der Puste kommen.

✅ Sie wollen attraktiver sein.

 

Das könnten ein paar Punkte sein. Jeder hat seine eigenen bewussten und unbewussten Absichten. Unbewusst könnte zum Beispiel sein, dass man sich – in diesem Beispiel – durch mehr Attraktivität Anerkennung erhofft. Es ist wichtig, sich dessen bewusst zu sein. Denn das ist der erste wichtige Schritt zur Veränderung.

 

Belohnen Sie sich

Häufig vergessen wir es, uns für die erreichten Ziele zu belohnen. Und unser Unterbewusstsein reagiert darauf, indem wir uns selbst sabotieren. Ich weiß, wovon ich spreche 😉

Kaum ist ein Ziel erreicht, wird das nächste angestrebt.

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@unsplash (Sonja Langford)

 

Vieles, das wir verändern wollen, um unsere Ziele zu erreichen, ist einfach eine Frage der Pflicht oder der Vernunft.

Doch bewusst (oder oft unbewusst) fragen wir uns:

Was habe ich davon? Muss das sein? Lohnt sich der Einsatz?

Unser limbisches Belohnungssystem ist aktiv und möchte am liebsten sofort eine Belohnung.

Was passiert also, wenn sich der Morgenmuffel beispielsweise aus dem Bett quält? Er verzichtet auf das gemütliche Rumlümmeln oder Ausschlafen.

Aber niemand lobt ihn dafür. Und innerhalb von ein paar Tagen wird er auch kaum eine körperliche Veränderung erkennen. Und dann rebelliert der innere Schweinehund…

 

Anderes Beispiel:

Sie wollen sich das Rauchen abgewöhnen.

Dinge, die man unterlässt, sind einfach nicht mehr da. Es entsteht eine Lücke.

Und diese will gefüllt werden. Das heißt, Sie müssen auch verstehen, was Sie mit der Angewohnheit verbinden. Das Gefühl, eine Pause zu haben? Vielleicht ist es auch die Verknüpfung zwischen „rauchen“ und „feiern“ oder „Spaß mit Freunden haben“.

 

Konsequenzen neuer Technologien für das Kundenmanagement
Fotolia_78766465 Svetlana Fedoseeva

Daher ist der zweite Schritt von großer Bedeutung:

Verzichten Sie auf ein liebgewonnenes Verhalten, sorgen Sie dafür, dass Sie sich mit etwas belohnen, was Ihrer Meinung nach den Aufwand wert ist.

Es muss etwas sein, auf das Sie sich freuen. Und es sollte im Verhältnis zu Ihrem Ziel stehen. Große Ziele dürfen großzügig belohnt werden.

Wenn Sie als Morgenmuffel jeden zweiten Tag morgens aufstehen und Sport machen, gönnen Sie sich nach zwei Wochen eine Kleinigkeit, die Ihnen Spaß macht. Ein Urlaub für zehn Liegestützen wäre wohl etwas übertrieben. Aber nach einem Monat Durchhalten darf die Belohnung schon etwas größer ausfallen.

Sie sollte nicht inflationär eingesetzt werden. Denn sonst wird es immer größer, teurer, besser und irgendwann lässt die Wirkung nach oder verpufft. Es muss in Relation stehen.

Glücksgefühle

Daher funktionieren zum Beispiel die „Likes“ in Social Media so hervorragend. Diese kleinen roten Benachrichtigungen sorgen dafür, dass Dopamin ausgeschüttet wird. Dieser Botenstoff löst positive Gefühle aus und wir wollen mehr.

Sorgen Sie also vor, wenn Sie neue Gewohnheiten annehmen möchten.

Und achten Sie darauf, sich konsequent zu belohnen. Nichts ist frustrierender, als etwas zu schaffen und dann die versprochene Belohnung dafür nicht zu bekommen. Diese sollte übrigens nicht im Widerspruch zum Vorhaben stehen. Wollen Sie abnehmen, ist es nicht zielführend, sich mit Schokolade zu belohnen.

Vorbereitet sein

Im letzten Schritt sollten Sie sich an Situationen erinnern, wo Sie es früher schon einmal probiert haben, ein Verhalten zu ändern und es nicht schafften. Was sind Ihre Erklärungen dafür?

Schaffen Sie ein entsprechendes Szenario, damit Sie – wenn dieser Moment wiederkommt (was er wird) – vorbereitet sind. So können Sie entsprechend mit Ihrer vorher entwickelten Strategie entgegensteuern.

Sie können das alles ganz alleine schaffen – Sie brauchen nur Ihre Entscheidung (klares JA – ICH WILL DAS) und die Überzeugung, dass Sie es schaffen können.

Dann gelingt es.

Wenn Sie Unterstützung wünschen, können Sie auch durch Coaching begleitet werden.

Beispiel für „neue Gewohnheiten“

Übertragen wir dies auf ein Beispiel aus dem Digital Sales Alltag. Zum Beispiel, wenn es um die Onlinestrategie des Unternehmens geht. Wie könnte man vorgehen, um neue Gewohnheiten dauerhaft umzusetzen? Alles, was wir benötigen, ist täglich etwas Zeit.

Definieren Sie realistische Zeiträume!

Haben Sie täglich eine halbe Stunde Zeit? Dann nutzen Sie diese für

  1. Content-Produktion: Welche Inhalte benötigen Sie? Wo finden Sie diese? Dann posten Sie einen Artikel, den Sie gefunden haben, Inhalte, die für Ihre Leser und Kunden von Interesse sind.
  2. Content-Strategie: Bedeutet: Checken und Auswerten der Beiträge und Kommentare, Aktualisieren der Themen- und Produktionspläne (von Texten/Inhalten).

 

Wöchentlich können Sie dann beispielsweise

  • einen Beitrag veröffentlichen
  • Ihre Webseiten-Zahlen und Social-Media-Responses checken
  • die Keyword-Entwicklung überprüfen und gegebenenfalls anpassen

Kleine Schritte helfen, sich neue Gewohnheiten anzueignen. Dauerhaft. Probieren Sie es aus! Und denken Sie an die Belohnung! 🎉

Frohes Neues Jahr!

Ihre

Alexandra Langstrof
Vertrieb 4.0

Trainerin – Beraterin – Syst. Coach (ifAP)

Partner der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen, TU Dortmund, E/D/E, IHK Düsseldorf, IHK Bielefeld, IHK Sauerland, Kreishandwerkerschaft Mettmann

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