Mensch oder Maschine?

Digitalisierung: Fluch oder Segen für meine berufliche Zukunft?

Mensch oder Maschine? Was bringt uns die Zukunft? Immer mehr Menschen haben Angst, ihren Arbeitsplatz zu verlieren. Das durfte ich vor Kurzem am eigenen Leib erleben. Ich hielt ich einen 12-Minuten-Vortrag zum Thema „Digitalisierung: Fluch oder Segen für meine berufliche Zukunft?“. Im Anschluss hatte das Publikum 12 Minuten Zeit, Fragen zu stellen.

Diese Fragen berührten mich. Denn es ging nur am Rande um die Digitalisierung. Ich brauchte ein paar Tage, um die Reaktionen der Menschen zu verstehen. Und heute schreibe ich darüber…

 

 

4,4 Millionen Jobs weg

Da stand sie – die Schlagzeile aus dem Artikel aus der Wirtschaftswoche (Dezember 2015): „Computer können Jobs von 4,4 Millionen Deutschen übernehmen.“ Das war die erste Folie des Vortrags.

Was verbirgt sich hinter dieser gewaltigen Zahl?

Jeden Tag kursieren neue Gerüchte darüber, was Schlimmes durch die Digitalisierung passieren wird. Ja, das Leben wird sich verändern. Aber das tat es schon immer. Sowas nennt man Evolution. Und die Veränderungen bringen auch immer neue Möglichkeiten. Klar, einiges fällt weg, aber auch Neues entsteht. So fahre ich mit der Kutsche heute eher selten – gerne mal in Wien, weil es einfach kultig ist und Spaß macht, aber sonst? Oder wie geht es Ihnen?

Also über welche Tätigkeiten sprechen wir hier eigentlich, die in Zukunft wegfallen sollen? (Im o. g. Artikel der Wirtschaftswoche wurden die Zahlen näher erläutert.)

12 Minuten auf der Bühne

Die Countdown lief und in wenigen Sekunden sollte ich zum Schluss kommen … 3 – 2 – 1 und ich endete pünktlich mit den Worten „Jeder ist seines Glückes Schmied.“

Meine 12 Minuten Redezeit auf der Bühne nutzte ich, weil ich dem Publikum Mut machen wollte. Ich präsentierte, dass viele Jobs wegfallen werden, die den meisten Menschen sowieso keinen Spaß machen. Das sind beispielsweise Routine-Tätigkeiten in Fabriken, Arbeiten, die körperlich anstrengend und/oder gefährlich sind oder einfach nur Arbeiten, die extrem langweilig oder eintönig sind. Wir Menschen sind für wichtigere Dinge auf dieser Welt – das ist meine Meinung – und zum Glück bin ich damit nicht allein.

Das Publikum war wunderbar, genau so, wie man sich als Speaker/in ein Publikum nur wünschen kann: Es beteiligte sich interaktiv durch Handzeichen und Wortmeldungen. Es wurde gelacht und applaudiert. Es hat mich berührt, denn – neben den vereinzelten Personen, die nach wie vor noch Bedenken vor der Digitalisierung haben – die Mehrheit blickte voller Zuversicht in die Zukunft.

Digital im Alltag

Neue Wege bieten neue Möglichkeiten. Jede Medaille hat zwei Seiten – es kommt nur drauf an, welche wir anschauen. Im Rückblick betrachtet sind es im ersten Moment scheinbar Kleinigkeiten oder Augenblicke, die unser Leben verändern.

Kleine Veränderungen, die sich in den Alltag schleichen und dann zur Gewohnheit werden. Wie viele Menschen können sich heute ein Leben ohne Smartphone, Apps und Social Media gar nicht mehr vorstellen? In den letzten Jahren lässt sich eine rasante Entwicklung beobachten.

Auf die Frage ins Publikum, wer Online-Banking nutzt, erhoben sich fast alle Hände. Für mich ganz klar, denn wieso sollte man nicht in wenigen Sekunden durchführen, was früher mit An- und Abfahrt bis zu einer Stunde dauerte? Einfach soll es sein und schnell gehen, damit wir Zeit für die Dinge haben, die uns wirklich am Herzen liegen.

Überraschende Fragen

Im Anschluss an den Vortrag kamen Menschen zu mir und wollten meine Meinung zu bestimmten Lebens-Situationen hören.

Ich war stellenweise wirklich überrascht, denn die Fragen bezogen sich meist weniger auf die Digitalisierung und die damit verbundenen Folgen, sondern vielmehr ging es um Menschen, die sie kannten und deren Einstellung zum Leben.

Zum Beispiel ging es um Menschen, die aufgrund ihrer Freizeit-Aktivitäten, die sie stark beanspruchen, gerne eine stupide Tätigkeit ausführen wollen. Oder Menschen, die den falschen Beruf gewählt haben, diesen aber schon so lange ausführen, dass sie Angst haben, etwas zu tun, was Spaß machen könnte. Oder noch schlimmer: Menschen, die resigniert haben.

Segen für meine Zukunft

Für mich zeigt es einmal mehr: Die Fragen, die die Menschen beschäftigen, beziehen sich auf die menschlichen Bedürfnisse. Der Mensch sollte immer im Vordergrund stehen. Und all das, was der Mensch zum Leben benötigt.

Und beim Thema Digitalisierung verhält es sich ganz einfach so, wie einer meiner Seminar-Teilnehmer einmal feststellte: „Digitalisierst du einen Sch…Prozess, dann hast du hinter einen digitalisierten Sch…Prozess.“

Solange unser Kopf funktioniert, wird es immer neue Möglichkeiten geben. Wir müssen uns nur was trauen und dann auch ins Tun kommen. Aristoteles nannte es: „Das Denken für sich allein bewegt nichts, sondern nur das auf einen Zweck gerichtete und praktische Denken.“

Ich bin dankbar, dass ich Unternehmen dabei begleiten darf.

Ihre

Alexandra Langstrof

Und hier ein Ausschnitt der Rede

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